Mein Einsatz im Kinderdorf / Kambodscha

(von Susanna, 15.10.2014)

In Düsseldorf am Flughafen angekommen trennten mich nur noch 14 Flugstunden, zwei zwischen Landungen in Dubai und Bangkok und acht Stunden Wartezeit von meinem Einsatz bei der NGO "Seametry Childrens Village" in Kambodscha.

Der Flug ging relativ schnell vorüber und als ich durch den Ausgang der Visastelle in Phnom Penh durch die Glastür ging, würde ich von Chenneat und meinem TukTuk Fahrer Dara schon erwartet. Die Luft war schwül, es hatte gerade erst aufgehört zu regnen. Die Fahrt mit dem TuTuk bei nasser Fahrbahn und teilweise überfluteter Straßen, dauerte eine halbe Stunde bis ich endlich meine Unterkunft im Volunteerhouse der NGO erreichte.

Jetzt war ich also in Kambodscha. Einem Land, das mir völlig Fremd war.

Einzig die unzähligen Labels der Textilindustrie "Made in Cambodia" erinnerten mich an das Land, dass sich zwischen Thailand und Vietnam seinen Platz erkämpft. Die ersten Tage verbrachte ich in Phnom Penh bevor ich am Montag vormittag mich auf dem Weg in das Dorf im 30 km entfernten Tonle Bati aufmachte. Bei den Straßen Verhältnissen dauerte die Fahrt eine ganze Stunde. Kaum angekommen haben wir auch schon die riesigen Bambusschiebetüren des Schulgebäudes aufgeschoben, um den bevorstehenden Schulanfang vorzubereiten. Zwei Tage waren wir mit den Aufräumarbeiten in der Schule beschäftigt.

Die Regenzeit hat in den 2 Wochen Schulferien ihre Spuren hinterlassen. Neben den Aufräumarbeiten in der Schule habe ich mit der Projektleitung Mouy You, wessen verstorbener Ehemann auch Architekt war, die weiteren Bauten des Kinderdorfes gemeinsam besprochen und weitere Highlights auf dem Campus geplant. So habe ich mich also in den Vormittagsstunden mit dem Aufmessen des Geländes und den weiteren Baumaßnahmen beschäftigt ehe ich mit den Kinder um 13.30 Uhr den Unterricht begann. In einem Alter von vier bis sechzehn Jahren mischten sich am ersten Tag vierunddreißig Kinder auf dem Boden des Unterrichtsraumes, die mich im Chor mit einem "Welcome Teacher Susanna" begrüßten.

Der Unterricht war jeden Tag anders, jeden Tag hatte ich neue Schüler in meiner Gruppe, jeden Tag neue Vorbereitungen. Die meisten der Kinder habe ich in den vier Wochen nur ein paar mal gesehen. Durch die Unregelmäßigkeit der Anwesenheit mussten wir jeden Tag neue Gruppen mischen um ein einheitliches Sprachniveau zu finden. Von insgesamt Vierundreißig Schülern, die in den ersten beiden Tagen dort waren, zählte ich in der letzten Woche meiner Reise nur noch dreiundzwanzig. Dennoch verzeichneten Mouy und Ich es als Erfolg, dass ein Großteil der Schüler nach vier Wochen intensiven Unterricht immer selbstbewusster in der englischen Sprachen wurden.

Während am Nachmittag von drei Lehrerinnen, Mouy (Leiterin der NGO) Dalis (eigentlich IT Studentin) und mich unterrichtet und betreut wurde, nahmen die Bauarbeiten am Gelände ihren Lauf. Die Gebäude sind nach traditioneller Khmer Art errichten. So bestehen die außen Wände aus Bambusmatten und/oder Schiebtüren. Meine Unterkunft im Volunteerhouse, das eigens für die freiwilligen Helfer aus aller Welt gebaut wurde, hatte den Luxus von Massiven wanden und Glasslamellen. Das Dach und die Innenausstattung waren aus Bambus und so weit es geht mit der Natur verbunden.

Die Abende in der Schule waren kurz, nach Sonnenuntergang verbrachte ich die meiste Zeit unter dem Moskitonetz. Die Schule ist sehr ländlich an einem See gelegen wo selbst das nächste Dorf mit Einkaufsmöglichkeiten zu Fuß kaum zu erreichen ist. An den Wochenende fuhr ich mit Mouy zurück in die Stadt, wo ich mit den anderen Volunteers, die in der Schule in Phnom Penh englisch und französisch unterrichten, die umliegenden Städte erkundet habe. Das sogenannte "Bonn Pchum Pen" Festival fand dieses Jahr im September statt. In diesen Tagen werden die Seelen der Verstorbenen gesegnet. Ich nutze die dreitägigen nationalen Feiertage und bin in das 300 km entfernte Siem Riep gereist. Das Städtchen lockt mit der riesigen Tempelanlage um und mit Angkor Wat, jährlich mehr als zwei millionen Besucher an.

Vier Wochen lang habe ich zwischen Kambodschanern in einem Dorf jenseits der Zivilisation gelebt, Kinder unterrichtet und das Bauprojekt begleitet. Vier Wochen war ich in einem der ärmsten Länder der Welt unterwegs, in dem ich vieles gesehen und erlebt habe, was mir wieder einmal mehr bewusst gemacht mit welchen Luxusproblemen man sich hier im Alltag rumplagt. Eine von vielen Erkenntnissen, die mich darin bestärken auch meinen nächsten Urlaub effektiv zu nutzen und einen Teil dazu beizutragen, den Kindern und Jugendlichen in der dritten Welt den Zugang zu Bildung zu ermöglichen.

 

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