Meine Zeit in einem Waisenhaus in Ghana

(von Rike, 06.08.2014)

Seit fünf Tagen bin ich nun wieder zurück in Deutschland und versuche nun einmal einige Eindrücke und Erfahrungen aus meiner Zeit in Ghana aufzuschreiben.

Ziemlich spontan habe ich mich im Frühjahr diesen Jahres dazu entschlossen, 2 Monate in einem Waisenhaus in Ghana zu verbringen. Nachdem die Vorbereitungen (Flug, Visum, Impfung, etc.) recht zügig über die Bühne gingen, ging es Anfang Juni dann auch schon los.
Ich hatte keine Ahnung, was mich in Ghana erwarten würde, wie und wo ich leben und wie die nächsten zwei Monate dort wohl aussehen würden. Dementsprechend war die Reise dorthin ein bisschen wie eine Reise ins Ungewisse.

Nachdem ich in Accra gelandet und nach einer langen Fahrt mit Bussen, Taxis, Tro-Tros etc. auch im Waisenhaus angekommen bin, gab es erst einmal unglaublich viele neue Eindrücke. Mir ist ziemlich schnell bewusst geworden, dass ich dort in einer völlig anderen Welt gelandet bin. Im Waisenhaus gibt es so gut wie nichts und es ist einfach alles wahnsinnig einfach. Aber es dauerte nur wenige Tage, bis ich mich an die Situation gewöhnt habe und mit den neuen Umständen zurechtgekommen bin. Man lernt ziemlich schnell, wie man am besten mit einem Eimer duscht, wie man über einem Feuer kocht und wie man möglichst sparsam mit dem Wasser umgeht, da jeder Eimer weit getragen werden muss. 

Die Kinder und die Familie, die das Waisenhaus auf die Beine gestellt hat, haben mich von Anfang an sehr herzlich aufgenommen und es war eine Leichtigkeit, all die Kinder ins Herz zu schließen.

In den ersten vier Wochen war ich die einzige Freiwillige in diesem Projekt. Morgens habe ich zunächst dabei geholfen die Kinder zu waschen und sie fertig für die Schule zu machen. Danach bin ich meistens mit ihnen zur Schule gegangen, in der ich aufgrund fehlender Lehrer auch allein unterrichtet habe. Da viele der Kinder jedoch kaum Englisch gesprochen haben, war dies echt schwierig und es lief eher auf Spielen, Singen und Malen hinaus, als auf Mathe und Englisch. Aber ich denke das war in Ordnung. Nachmittags habe ich dann häufig einfach noch Zeit mit den Kindern verbracht, mit ihnen gespielt und sie abends wieder gewaschen und bettfertig gemacht. Ansonsten habe ich versucht immer dort zu helfen, wo gerade Hilfe benötigt wurde. Sei es beim Wasserholen, beim Fegen, aufräumen, spülen oder waschen der Kleidung. Dies erfolgt natürlich ohne Waschmaschine und kann auch schon mal einige Stunden dauern..Aber es geht so schnell, dass man sich an all die Unterschiede und Besonderheiten gewöhnt!

Nachdem der erste Monat auch schon vorüber war, sind drei weitere Freiwillige aus Spanien im Projekt angekommen. Wir vier haben uns super verstanden und konnten zusammen zum Glück viel mit den Kindern machen. Obwohl auch die ersten vier Wochen eine wirklich gute Zeit waren, war es für mich natürlich echt schön nun nicht mehr ganz allein zu sein. Zusammen hatten wir eine super Zeit, haben viel unternommen und im Waisenhaus viel Zeit mit den Kindern verbracht.

Es ist ziemlich schwer, all die Erlebnisse und Erfahrungen hier zu verschriftlichen und einen richtigen Eindruck von der Zeit dort zu vermitteln. Was ich jedoch abschließend sagen möchte ist, dass ich eine wahnsinnig erlebnisreiche Zeit in Ghana hatte, die ich nie wieder vergessen werde. Es ist eine unglaubliche Erfahrung, das Leben dort einmal hautnah mitzuerleben und ich bin mir während meiner Zeit dort über ganz viele Dinge bewusst geworden. In was für einem Luxus wir hier Leben, was es bedeutet wirklich arm zu sein und dass die Menschen dennoch glücklich sein können sind nur einige Beispiele.
So anders die Welt dort auch ist und so schwierig alles in manchen Momenten erscheint, solange man manche Dinge für die Zeit in der man dort ist einfach versucht zu akzeptieren und versucht sich an all die Unterschiede und Besonderheiten zu gewöhnen, wird man schnell merken, dass man eine wahnsinnig gute und unvergessliche Zeit dort erleben wird.

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