Meine acht Wochen im Kinderzentrum / Kenia

(von Annika, 01.07.2014)

So, nun ist mein Aufenthalt im Ausland und somit meine Freiwilligenarbeit auch gleich schon wieder vorbei. Bin jetzt bereits 7 Wochen hier und nächste Woche brechen die letzten 2 Wochen an. Natürlich freut man sich seine Familie, Freunde wiederzusehen, aber es ist schon auch schwer, weil einem hier Menschen und vor allem die Kinder aus der Schule sehr ans Herz gewachsen sind.

Einiges kann ich mir jetzt auch gar nicht mehr vorstellen, beispielsweise zu Hause ein riesiges Zimmer zu haben, Familien im Slum leben hier in einem Haus, das die nicht ganz die Größe meines Zimmers hat. Ich hatte hier alles, was ich zum Leben brauche, aber man ist es alles in einem höheren Standard gewohnt. Zu Hause werde ich einfach meine Wäsche in die Waschmaschine stecken, den Knopf drücken und nicht am Samstagmorgen um halb 7 aufstehen, um dann 2 Stunden die Wäsche der Woche zu waschen. Wir haben es sehr komfortable in Deutschland und das werde ich alles viel mehr schätzen, wenn ich wieder zurück komme.

An meinem Tagesablauf in der Schule hat sich eigentlich nicht viel geändert, ich bin täglich meinen Aufgaben nachgegangen, wie das Ausgeben des Frühstücks und des Mittagessens, Korrigieren der Hausaufgaben. Und am Nachmittag Unterrichten der Uhr und für jede Stunde habe ich mir noch etwas anderes ausgedacht, was zu den Themen in Science passte, wie z.B. Kleidung, Früchte, Familienmitglieder.

Es hat den Kids riesigen Spaß gemacht auszumalen, zu basteln und mit mir zusammen Plakate zu gestalten. Alle Werke haben wir dann im Klassenzimmer aufgehängt. Das macht dann natürlich total viel Spaß, wenn man sieht wie sehr sich die Kinder über solche Dinge und vor allem über dich fragen. Jeden Morgen wurde ich gefragt, „Teacher Annika, you will come to our class, today?“ ;)

Auch hatte ich viel, viel Spaß mit den Lehrern, die superlustig waren und uns toll aufgenommen haben. An einem Tag wurde ich und Sanita (Freiwillige aus Irland) von 3 Lehrerinnen eingeladen, sie zu Hause zu besuchen. Das war superspannend für uns, da alle drei selbst im Slum wohnen und wir somit Häuser im Slum kennenlernen durften. Wir brachten allen ein kleines Geschenk mit und sie waren sehr gastfreundlich. Wir sind dann von einem Haus zum anderen gelaufen und obwohl alle eigentlich gleich aufgebaut waren, war jedes ein Abenteuer für sich.

Auch besuchten wir an einem anderen Tag die Direktorin in ihrem Haus, sie wohnt nicht im Slum, heißt wir sahen auch ein Mittelschichthaus. Das war ein nettes Haus, hatte aber genauso wie die Slumhäuser keine sanitären Einrichtungen. Man benutzt Sammeltoiletten und –duschen. So etwas kann man sich erst vorstellen, wenn man es selbst gesehen hat. Ich werde vielen Menschen von meinen Erfahrungen erzählen können, aber niemand wird diese Erlebnisse haben, wie ich sie erlebt habe und kann sich das somit nicht vorstellen.

Das ist das Gute an einer Gastfamilie, ich hab mich hier wirklich wie ein gleichgültiges Familienmitglied gefühlt, habe gelernt afrikanische Gerichte zu kochen, ein wenig Suaheli zu sprechen und einfach in einem anderen Standard zu leben und trotzdem glücklich zu sein.

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