Meine ersten drei Wochen im Kinderzentrum in Kenia

(von Annika Derrer, 19.05.2014)

Die erste Woche meines Einsatzes war eine offizielle Ferienwoche in Kenia, weshalb auch mein Einsatzort geschlossen hatte. Das Kinderzentrum, eine Schule für Kinder aus einem der größten Slums in Nairobi, Kibera, öffnete erst am Dienstag, eine Woche nach meiner Ankunft. Das bedeutete für mich, erst einmal die Umgebung und Menschen kennen lernen.Für mich persönlich war das sehr gut, da ich auch wirklich diese Woche dafür benötigte.

Diese Umgebung, das Haus und auch die Menschen sind nicht mit Deutschland zu vergleichen. Man muss sich schon erst einmal daran gewöhnen so zu leben. Keine normale Toilette, keine Waschmaschine, keine Spülmaschine, keinen Herd, kein Kühlschrank, kein Bad, das ist schon eine Umstellung. Aber die Menschen sind hier wirklich sehr, sehr lieb und nehmen jeden herzlich auf, ganz anders als die Deutschen. Ein Freund meines Gastvaters unternahm jeden Tag etwas anderes mit mir, sodass ich in der einen Woche schon viel von Nairobi kennen gelernt habe. Auch habe ich eine afrikanische Hochzeit, sowie einen afrikanischen Geburtstag mitfeiern dürfen, was natürlich sehr spannend war.

 

Nun aber zu meinem eigentlichen Projekt: Ich helfe in einer kleinen privaten (so wie die meisten hier in Kenia) Schule zu unterrichten und Kinder zu betreuen. Die Schule hat etwa 90 Schüler, von Baby Class (ca. 3 Jahre alt) über Nursery (4-5 Jahre alt) und Pre-Unit (5-6 Jahre alt) zur Class 1 (6-7 Jahre alt). Die Schule besitzt eine Baby Class, eine Nursery Class, zwei Pre-Unit Class, und eine Class 1. Die erste Woche diente mir erst mal zum Kennenlernen der Schule. Somit konnte ich jede Klasse besuchen, kennen lernen und für mich selbst entscheiden, was mir am besten gefällt und wo ich mich wohlfühle.

Die erste Woche war ich nur in der Schule und habe somit nur die Kinder kennengelernt, jedoch ohne ihren Hintergrund zu kennen. Die Kinder sind wirklich ganz toll, lieb, freundlich und vor allem wirken sie sehr glücklich. Am Freitag der ersten Woche habe ich einige Kinder mit nach Hause gebracht und wir sind durch den Slum gelaufen, wobei ich erstmals auch einige Häuser gesehen habe. Niemand von uns kann sich vorstellen so zu leben. Aber die Menschen und Kinder hier kennen es nicht anders. Also es ist wirklich nicht zu vergleichen mit unserem Deutschland, aber man schätzt sein eigenes Leben mehr. Beispielsweise wenn Kinder im Dreck spielen, Nutztiere, wie Hühner den Dreck und Müll von der Straße fressen, überall Müll liegt und es in einzelnen Teilen sehr stark stinkt.

Die Arbeit mit den Kindern macht aber wirklich sehr viel Spaß und man merkt auch wirklich, dass die Kids dort bereits mit drei in die Schule gehen und Englisch von Anfang an lernen. Mit den 6-jährigen kann man sich bereits sehr gut in Englisch verständigen. Sehr gerne hätte ich die Baby Class unterrichtet, was meiner Meinung nach jedoch nicht viel Sinn macht, da diese wenig Englisch verstehen und mein Suaheli noch nicht allzu gut ist ;) Somit habe ich mich dazu entschieden der Lehrerin der Baby Class jeden Tag nach dem Frühstück beim Vorbereiten der Hausaufgaben zu helfen. Sie hat ca. 25 Schüler und muss jeden Morgen die Hausaufgaben korrigieren und für jeden einzelnen neu in deren Hefte schreiben. Das ist viel Arbeit, welche ich ihr ein wenig abnehmen möchte.

Außerdem habe ich mit den Schülern der 2 Pre-Unit Classes und der Class 1 Uhren gebastelt, um ihnen die Uhr beizubringen, wie man sie liest, usw. Die zweite Woche verlief gut, ich habe nun einige feste Aufgaben. Am Morgen von 8 bis 9:45 Uhr bin ich in der Class 1, helfe da z.B. beim Korrigieren der Hausaufgaben. Dann bereite ich das Frühstück vor und verteile es an die Kinder.

Danach helfe ich der Lehrerin der Baby Class, die Hausaufgaben in die Hefte eines jeden Schülers zu schreiben, das ist ganz schön viel Arbeit, somit ist die Teacher Lydia froh, dass ich ihr dabei helfe. Es ist dann noch etwas Zeit die Kleinen, also Baby Class und Nursery zu beschäftigen und mit ihnen zu spielen.

Dann steht die Pause der Class 1 an, da spiele ich ca. eine halbe Stunde mit ihnen. Ob Singen, Tanzen und einfach nur ein bisschen Rumalbern, die Kids sind total happy und machen eigentlich alles mit. Um kurz vor 12 wird dann das Mittagessen vorbereitet und ausgegeben, wobei ich auch jeden Tag helfe. Wobei das jedoch schwieriger ist als ich mir vorgestellt habe, da es z.B. für Bohnen mit Sud keinen Schöpflöffel gibt, sondern nur einen Teller zum Herausschöpfen.

Dann ist eine große Pause, da beschäftige ich vor allem die Kleineren.. Nach dieser Pause werde ich abwechselnd in die Pre-Unit Classes und in die Class 1 gehen, um diesen die Uhr beizubringen. Heißt also Montag und Mittwoch in die Pre-Unit Class von Teacher Millar, Dienstag und Donnerstag in die Pre-Unit von Teacher Domitilla und am Freitag in die Class 1 von Teacher Tyson. Jeder Schüler hat bereits seine eigene kleine Uhr angefertigt und ich habe für jede Klasse nochmal eine große gebastelt. Ab jetzt werde ich also mein bestes geben ihnen beizubringen, wie man sie liest. Ich denke das wird die Nachmittagsstunden der restlichen 6 Wochen beinhalten und ich hoffe es können dann alle gut die Uhr lesen...

...zum Projekt bitte hier klicken...

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