Unterrichten in einer Grundschule in Nord-Thailand

(Ein Bericht von Philomena / 24.03.2014)

Es ist Halbzeit und damit ist auch der Alltag eingekehrt. Viele Dinge, die zu Beginn neu waren, sind nun Gewohnheit, vieles was man bei anderen komisch empfand, haben wir uns selbst angewöhnt.  Nach wenigen Monaten Thailand muss ich wirklich sagen, dass ich mich pudelwohl fühle und ein etwas anderes aber zweites Zuhause hier gefunden habe. Die Rückkehr nach Chiang Rai, nach Urlauben oder Wochenendausflügen, ist jedes Mal aufs Neue eine Freude. Das Unterrichten macht weiterhin viel Spaß und die Kinder wachsen mir von Tag zu Tag mehr ans Herz. Der Gedanke daran, sich von ihnen wieder verabschieden zu müssen, fällt mir sehr schwer und macht mich jetzt schon traurig. 

In den vergangenen Monaten ist einiges passiert.  In den Schulferien habe ich  viele andere Ecken Thailands kennenlernen dürfen, ich habe das erste große Fest „Loy Krathong“ mitgefeiert, war auf Schulausflügen dabei und habe mein erstes Weihnachten in einem anderen Land und ohne Familie verbracht. Jedes einzelne Ereignis war auf seine Weise besonders.

Für viele war auch ein besonderes Highlight der Besuch aus der Heimat. Auch ich habe Besuch von meinem Freund bekommen, der mir ein großes Stück Gewohnheit und Vertrautheit geben konnte, was zu all dem Neuen mal sehr gut tat.

Vergangenen Monat fand das Zwischenseminar in Mae Sai statt, was in jedem Falle sehr hilfreich und toll war. Mal wieder alle Freiwilligen zu sehen und mit anderen sich austauschen zu können, war glaube ich für jeden sehr interessant. Und auch inhaltlich wurde ich vom Seminar nicht enttäuscht. Man hat noch vieles über Thailand und dessen Geschichte gelernt, wichtige Themen wie Menschenhandel wurden aufgegriffen und es gab viele Tipps fürs Unterrichten. Der von der Organisation organisierte Ausflug in ein Akha – Dorf, zum Abschluss für das Zwischenseminar, war sehr spannend. Wir durften sehen, wie eine Akha – Familie lebt und zusammen mit den Menschen aus dem Dorf am Lagerfeuer sitzen und Lieder singen. Das war eine tolle Erfahrung für alle Beteiligten.

In den vergangenen Monaten habe ich nicht nur neue Erfahrungen gesammelt, ich habe auch neue Menschen und tolle neue Freunde gefunden. Die Zeit hier zusammen verbindet unheimlich und ich bin wirklich dankbar, dass ich hier so tolle Menschen an meiner Seite habe. 

Langsam bin ich an dem Punkt angelangt, an dem ich merke, dass die Zeit rennt und es in 5 Monaten schon „Tschüss Thailand“ heißt. Aber ich werde die Zeit in vollen Zügen noch genießen, vor allem die Zeit mit den Kindern. Denn diese Freude, dieses Glück, was sie ausstrahlen, ist so wertvoll und wunderbar.

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