Vorbereitungsseminar 2011 in Zorge

(Bericht von Leona Marks)

Meine Erwartungen an das Vorbereitungsseminar waren, dass man die anderen Freiwilligen kennen lernt, dass man Tipps für den Alltag in Thailand bekommt und dass man einige Unterrichtsmethoden erklärt bekommt.

All diese Erwartungen wurden erfüllt und meist sogar übertroffen: Wir haben uns besser kennen gelernt als angenommen, einerseits durch gruppendynamische Spiele, wie Floßbauen, Hochseilgarten und das Retten von Kindern über einen vergifteten Fluss mit Hilfe von Büchern, andererseits aber auch durch das gemeinsame Kochen und Grillen, die Freibad- und Schützfestbesuche und natürlich die vielen langen Abende.

Auch das Wohnen zu vierzehnt in einem Haus für zwölf Personen brachte uns einander näher. Die Anzahl der Seminarbesucher kam für mich relativ überraschend, da ich nur mit den weltwärts-Freiwilligen, also 5 Personen, gerechnet hatte. Und trotz dieser Enge und einer aufregenden Woche mit „Fremden“ kam es nie zu Auseinandersetzungen, was denke ich schon ein sehr gutes Anzeichen für unser Auslandsjahr ist.

Äußerst hilfreich fand ich die Tipps für den Alltag in Thailand: Viele Ängste bezüglich des Verhaltens wurden genommen mit der Aussage „Thais sind sehr tolerant und lachen gerne über die Fehler der Touristen“. Aber auch spezifischere Benehmensanweisungen wurden gegeben, zum Beispiel gilt es als Beleidigung einem Thai die Füße entgegenzustrecken, da diese ein schmutziges Körperteil sind.

Dazu gab es noch Tipps für unser zukünftiges WG-Leben: Wir haben gemeinsam aufgeschrieben, was uns beim Zusammenleben am wichtigsten ist und sind zu dem Schluss gekommen, dass Pläne für Putzen und Kochen, genug Privatsphäre und eine trotzdem familiäre Gemeinschaft wohl am wichtigsten sind.

Auch für die Unterrichtsstunden wurden uns reichlich Anregungen mitgegeben. In Kleingruppen haben wir über Möglichkeiten für die Stundengestaltung nachgedacht. So haben wir die verschiedensten Methoden zusammengetragen: Zum Farben lernen kann „ich sehe was, was du nicht siehst“ gespielt werden, für die Körperteile kann „head, shoulders, knees and toes“ gesungen werden, an Gegenstände wie Tische und Stühle können Aufkleber mit den Englischen Begriffen geklebt werden… Zum Ausprobieren der Methoden bereiteten wir in zweier Gruppen eine zehnminütige Unterrichtseinheit vor, die wir in einem Rollenspiel ausprobierten.

In Kleingruppen haben wir außerdem Ideen für kleinere Projekte in Thailand gesammelt, zum Beispiel könnten die Häuser des Heims in Mae Sai einen bunten Anstrich vertragen und auch ein Klettergerüst fände sicher Zuspruch. Gleichzeitig ermahnte uns unser Referent Hannes aber eine dreimonatige Beobachtungsfrist einzuhalten, damit wir die Abläufe in Thailand zunächst verstehen, bevor wir irgendwo eingreifen.

Die befürchteten Theoriestunden über die Geschichte Thailands und entwicklungspolitische Zusammenarbeit blieben allerdings aus. Das Thema „Geschichte“ wurde von uns Freiwilligen als Kurzreferat selbst vorgestellt, so auch einige andere Themen, wie die Länderinformationen zu Burma, einige wichtige Telefonnummern in Thailand, ein Grundwortschatz in Thai, und Fundraising bei kleinen Organisationen. Und sogar das Thema Entwicklungspolitik wurde von unseren Referenten, Hannes und Simon, spannend vermittelt: Unter anderem mit einem Rollenspiel wurde uns gezeigt, dass es wichtig ist zunächst neutral zu beobachten und die Kultur ohne eine westlich Wertung zu betrachten.

Abgeschlossen haben wir das Seminar am Freitagabend mit einem kleinen Feuerwerk, mit dem wir alle unsere Ängste und Hoffnungen auf den Weg schicken konnten.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass wir ein sehr spannendes, lehrreiches und dennoch lustiges Seminar hatten, das die Vorfreude auf das kommende Jahr enorm gesteigert hat.

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