Projektkoordinator in Thailand

(Bericht von Sebastian Gerard)

Mein Freiwilligendienst bei Hope for Life war ein sehr interessantes und prägendes Jahr für mich.

In meiner Tätigkeit als Projektkoordinator baute ich, unter anderem, in Zusammenarbeit mit den anderen Freiwilligen ein Projekt zum Aufbau der medizinischen Grundversorgung in Bergdörfern auf.

Die Bewohner dieser Dörfer sterben oft an kleinsten Krankheiten, so dass dies ein wichtiges Projekt war. Es gestaltete sich zwar schwieriger als erwartet die erforderlichen Spendenmittel zu erhalten, jedoch war dies sicherlich auch eine Herausforderung an der wir gewachsen sind.

 

Des Weiteren schlug ich eine Veränderung in der Websitestruktur der Hope for Life Website vor und führte diese in Zusammenarbeit mit Herrn Albrecht durch. Durch die Umstellung von statischen HTML-Dateien auf ein Content Management System (Joomla) wird in Zukunft viel Zeit und Mühe für die Pflege des Internetauftritts wegfallen, so dass mehr Zeit für wichtigere Dinge bleibt.

Die Umstellung auf die neue Lebensweise im Gastland war deutlich leichter als von mir erwartet. Zwar machten mir die völlig anderen Gerichte der Thaiküche zu Anfang ein paar Probleme, mittlerweile bin ich jedoch so weit, dass ich sie selbst für meine Familie in Deutschland kochen möchte. Zwar bezweifle ich, dass man in Deutschland als Ungeübter problemlos ein Khao pad kapraw kai essen kann, aber wenn man die Schärfe an Deutsche Verhältnisse anpasst, dann dürfte es doch möglich sein, die Freunde und Verwandten an die Thailändische Küche heranzuführen.

Auch die interkulturelle Kommunikation mit Thailändern war nicht immer einfach, da sie oft einfach nur lächeln und schweigen wenn sie einer Frage ausweichen wollen. Dieses Verhalten wirkt für uns Europäer, die wir eine klare Antwort erwarten, natürlich erstmal befremdlich. Beim Nachfragen merkt man dann aber von selbst, dass der Gesprächspartner etwas verlegen ist und lässt die Frage dann entweder fallen oder formuliert sie um, so dass sie ohne persönliche Bloßstellungen beantwortet werden kann.

Trotz dieser gelegentlichen Probleme, von den Sprachproblemen ganz abgesehen, hatte ich immer das Gefühl, das man mir mit großer Freundlichkeit und Offenheit begegnete. Besonders dass man einen Fremden einfach so zum Essen einlädt passiert uns in der Heimat ja eher selten.

Der Dienst hat mich sicherlich in vielen Punkten verändert, die mir gar nicht bewusst sind. Was ich aber ganz bewusst mitnehme, ist eine freundlichere Grundhaltung gegenüber anderen Menschen. Außerdem werde ich mich deutlich weniger von anderen Menschen zur unnötigen Eile antreiben lassen.

Vor Allem aber habe ich gelernt, mich nicht mehr wegen kleinen Dingen aufzuregen. Wenn man mal fünf Minuten an der Kasse im Supermarkt warten muss, dann wartet man einfach. Es bringt nichts sich aufzuregen, außer dass man sich selbst und den anderen Leuten schlechte Laune bereitet.

Gerade diese Erkenntnis fehlt meiner Meinung nach vielen Deutschen, die sich wegen jedem bisschen lautstark aufregen und damit die Laune aller um sie herum verschlechtern.

Abschließend möchte ich mich bei welwärts für die Möglichkeit bedanken, diesen Dienst mit einer so großen Unterstützung leisten zu können. Ich empfehle den Dienst weiter anzubieten, um auch anderen die Möglichkeit zu geben diese interessanten und persönlichkeitsbildenden Erfahrungen zu machen und die interkulturellen Kompetenzen zu erwerben, die ich aneignen konnte.

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