Englischlehrer in Chiang Rai

(von Saijan, 24.01.2015)

Im August 2014 machte ich mich auf den Weg nach Thailand um am Hope-for-Life Projekt als Englischlehrer in Chiang Rai teilzunehmen. Inzwischen bin ich von meiner etwa fünfmonatigen Südostasien Reise zurückgekehrt. Die ersten 2 Monate davon waren mein Freiwilligendienst.

Am Flughafen angekommen wurde ich auch direkt von unserer Betreuerin am Flughafen abgeholt, welche ich glücklicherweise trotz meines verunstalteten Namens auf dem Schild erkennen konnte.

Weiter ging es dann also zur Unterkunft. Diese bestand aus aus einem, etwas abseits gelegenem, Haus mit mehreren Eingängen, welche jeweils in ein kleines separates Zimmer mit Bad führten. Zwei Freiwillige teilten sich jeweils ein Zimmer, diese waren zwar nur spärlich ausgestattet, aber ausreichend. Einzig und allein die Matratzen, welche aus Schaumstoff bestanden, waren doch deutlich verbesserungswürdig, da sie für die langfristige Belastung durch einen normalgewichtigen Deutschen scheinbar nicht ausgelegt sind. Immerhin passen sie sich deiner Körperform an - dauerhaft... (;

Vor dem Haus befand sich eine Art offener Versammlungsraum, wo dann auch gegessen wurde. Das Essen war von der Qualität ganz  gut. Einmal die Woche wurde Frühstück für uns eingekauft, welches wir dann im Kühlschrank lagerten. Mittag und Abendessen wurde geliefert und man konnte jeden Sonntag die "Bestellungen" für die Woche aufgeben. Die Essensportionen waren allerdings ziemlich klein, so dass einige gerade abends oft nicht satt geworden bin. Mittags gab es ja in der Regel Essen in der Schule, welches auch wirklich gut war.

Einige Tage nach meiner Ankunft hatten wir ein Seminar in der nahgelegen Stadt Mae Sai, welches sich zwar sicher nicht für seine Produktivität rühmen konnte, aber doch ganz nett war um die anderen Freiwilligen kennenzulernen. Wir waren dann schließlich um die 17 Freiwilligen, welche zusammen in Chiang Rai in der "WG" gewohnt haben.

Kommen wir zu meiner Schule: Meine befand sich im nächstgelegen Örtchen und war etwa 10-15min Fahrzeit mit dem Fahrrad entfernt. Es gab allerdings auch Freiwillige, dessen Schule soweit entfernt war, dass sie mit dem Motoroller dorthin fahren mussten. Lehrer und Direktor waren alle sehr nett, dass vor Ort gesprochene Englisch aber, wie erwartet, sehr dürftig. So überrascht es auch nicht, dass sich das Sprachniveau der Schüler auch eher auf einem sehr niedrigen Level befindet, selbst wenn sie schon seit einigen Jahren Englischunterricht haben. Hier darf man einfach keine falschen Erwartungen haben und muss sich damit zufrieden geben absolute Basics zu lehren und sich von Grammatik erstmal weitestgehend fern zu halten. Doch das Unterrichten macht sehr viel Spaß, gerade wenn die Kinder interessiert sind und sich beteiligen, was natürlich aber nicht immer der Fall ist. Ich habe zusammen mit einer anderen Freiwilligen unterrichtet und wir hatten gerade am Anfang noch Unterstützung von einer örtlichen Englischlehrerin erhalten, welche vor Allem übersetzte.

Wir hatten mehrere Klassen mit Schülern zwischen ca. 7 und 15 Jahren, welche allerdings teilweise ungleich und fragwürdig in den Klassen aufgeteilt waren, so dass es doch auch in den einzelnen Klassen sehr große Unterschiede gab, was die Sprachfähigkeiten anbelangt. Trotz allem hatten wir sehr viel Spaß und haben auch ein gewisses Verhältnis zu den Schülern aufgebaut, aufgrund dessen es natürlich auch nicht ganz so einfach war wieder zu gehen...

Die Stadt Chiang Rai selbst ist nicht ganz so spektakulär, aber ein Ausflug zum weißen Tempel oder eine Tour durch den Dschungel lohnen sich allemal. Auch das Essen was man dort so, gerade auf den Nachtmärkten, bekommt ist natürlich spitze. Von den Frucht-Shakes sollte ich gar nicht erst anfangen...

Immer mal wieder gab es spezielle Veranstaltungen wie am Wochenende am College unterrichten, da die dort eine Art Englisch Projekt hatten, oder bei Sportveranstaltungen und Prüfungen mithelfen. Dies war natürlich eine willkommene Abwechslung.

Zurückblickend muss ich sagen, dass ich auf jeden Fall eine tolle Zeit hatte und wertvolle Erfahrungen sammeln konnte sowie tolle Leute getroffen habe. Außerdem war es ein guter Einstieg in meine Südostasien Reise. Weltsicht und Hope-for-Life haben ein tolles Projekt vor Ort aufgebaut, welches viel Potential bietet. Um fair zu bleiben muss aber auch gesagt werden, dass vieles noch ausbaufähig und verbesserungswürdig ist und gerade eine stärkere Einflussnahme von Deutschland aus nötig wäre, damit eine gewisse Effizienz sowie genügend Unterstützung der Freiwilligen gesichert sind. Es gab hier von Seiten der Organisationen doch einige Patzer, von welchen ich hoffe, dass sie in Zukunft vermieden bzw. ausgebessert werden.

Ich kann jedem, der plant so einen Freiwilligendienst zu unternehmen, nur empfehlen auch Zeit einzuplanen um weiterzureisen und dieses wunderschöne Fleckchen Erde zu erkunden. Südostasien ist ein unglaublich interessanter Teil eines Kontinents und es lohnt sich ihn weitreichend zu bereisen. Und wenn man sowieso schon in der Nähe ist erst recht...


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