Welt-Sicht Vorbereitungsseminar 2012

(Bericht von Maxi Haslach)

„In zwei Wochen sitzen wir im Flieger…“
Das mag wohl so manchem der 32 Freiwilligen durch den Kopf gegangen sein, während er auf der Fahrt zum Vorbereitungsseminar nach Rohren(bei Aachen) saß. Noch schwang dabei ein mulmiges Gefühl mit…

Nach und nach trafen die Leute aus ganz Deutschland ein, um jeweils ein kleines Dorf und in dessen Mitte ein großes Haus zu entdecken. -Unsere Unterkunft für zehn Tage, ein Selbstversorgerhaus.



Das heißt: Ob Zwiebeln schnippeln, Mülltüten wechseln oder Duschplan erstellen- Die WG auf Zeit stellte uns vor Herausforderungen, auch wenn unser Schreibblock weggepackt war.

Im Seminar konnten wir uns ebenfalls nicht „zurücklehnen“:
Johannes gab uns zwar einen Überblick über wichtige Themen wie Entwicklungspolitik im Allgemeinen und die Arbeit von Hope for Life im Speziellen,
er überließ uns aber Vieles zur Eigenrecherche und Gruppenarbeit.
So konnte es also sein, dass ein normaler Seminarabschnitt als virtuelle Pirsch in den WLan Netzen des nahen Hotels bzw. McDonalds‘ mit anschließender Diskussion ausgetragen wurde.

In einer solchen Mischung aus aktivem und passivem Aneignen lernten wir jeden Tag ein wenig mehr… mehr über Geschichte, Religion, Kultur Thailands; Wir lernten, was man besser lassen sollte (Mit den Füßen auf jemanden zeigen, auf einen Geldschein treten), was man auf jeden Fall machen sollte (Putzplan) und warum man auf Zweirädern lieber mit Helm unterwegs ist. Wir lernten Dinge, die wir hoffentlich nie brauchen werden (Beschwerdekette, Abbruchsszenario,…), und solche, die wir gar nicht oft genug anwenden können (Thai Worte „sanuk“und „sabai-dii“- Spaß; Mir geht’s gut).

Auch nach und zwischen den Seminareinheiten kam kaum Langeweile auf. Bei schnellen Runden um die Tischtennisplatte oder gemütlicheren rund um Rohren lernte man sich besser kennen; man hatte Zeit um sich auszuruhen; manche erkundeten joggend die Gegend, andere lieber stehend den Kühlschrank ;-)

Das „Bergfest“, also die Mitte des Seminars, nahmen wir zum Anlass für einen Ausflug zur örtlichen Sommerrodelbahn. Innerhalb von Minuten ließen wir dort hunderte Höhenmeter an uns vorbeirauschen. Dass viele lieber den Zweierbob nahmen, könnte ein Vorbote beginnender Freundschaften sein…

Erfrischt konnten wir wieder an die Arbeit gehen. Schwerpunkt war nun die Vorbereitung auf unsere tägliche Arbeit und Rolle als Lehrer. Wie er es in Thailand irgendwann auch tun muss, plante und hielt jeder eine kurze Englisch-Unterrichtseinheit. Außerdem sammelten wir zahlreiche Ideen für den Unterricht, die wir in Thailand direkt anwenden können.

Leider fiel unser geplanter Kletterpark-Trip ins Wasser.
„Mai bpenrai“(Macht nichts) - Es wartete nämlich schon ein anderes abenteuerliches Vorhaben auf uns, der Floßbau. Die vorige Prophezeiung „Es könnte sein, dass ihr ein, zwei Spritzer abbekommt“ sollte sich in fataler Weise bewahrheiten. Trotz wohl durchdachten Konstruktionen durften sich letztendlich ca. 40 % der Freiwilligen und eine Kamera den schönen Monschauer See genauer anschauen. Wir versuchten, als Gruppe das Beste aus der Situation (hier: Kameraverlust) zu machen- und so wurde auf Anregung des Betreuers ein Solidaritäts-Kässchen eingeführt, damit die Kamera schnell ersetzt werden kann.
Es ging schon auf das Ende des Seminars zu, nun waren letzte Tippsund praktische Maßnahmen an der Reihe wie das Erstellen von Pack- und To-Do- Liste. Mit ihnen im Gepäck fühlte man sich schon ein kleines Stück sicherer.Und hatte man doch noch persönliche Fragen, konnte man sich im Einzelgespräch an unseren Betreuer Johannes wenden.

Der letzte Tag sollte das Seminar gebührend abrunden. Etwas später als sonst begannen wir mit der letzten Seminareinheit, in der wir in Decken und Kissen gehüllt, gedanklich sowie körperlich entspannt einen Tag in Thailand durchgingen.
Abends hatten die Betreuer ein „LoiKratong“, ein kleines Lichterfest, für uns vorbereitet. Wir durften unsere letzten verbliebenen Ängste und Bedenken ins Feuer werfen und auf ein tolles kommendes, gemeinsames Jahr anstoßen. Ganz in dieser zuversichtlichen Stimmung nahm das Fest seinen Lauf, mit Feuershow und Musik in der Nacht.

„In vier Tagen fliegen wir nach Bangkok“- Jetzt lag eher Vorfreude in der Luft!

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